Rübezahl - der Herr der Berge

Der Herr der Berge ist ein Gestaltwandler, ein Meister der Verzauberung. Und er liebt alles Schöne - wenn es auch die schroffe Schönheit der Berge ist, die Schönheit der Eiskälte und der reißenden Gebirgsbäche.

Eines Tages verliebt er sich in eine junge Frau und entführt sie. Aber Trauer und Heimweh entstellen ihre Schönheit; um ihren Schmerz zu lindern und Ihr Lachen wieder zu gewinnen bringt der Berggeist Ihr verzauberte Rüben, die auf Ihre Anweisung jede Gestalt annehmen. Aber natürlich können die Rüben keine Persönlichkeiten erwerben und sie welken nach kurzer Zeit alle dahin.

Die Entführte bleibt traurig und sinnt auf Flucht. Deshalb gibt sie Ihren Widerstand scheinbar auf und verspricht fröhlich und die Frau des Dämonen zu werden, wenn er ihr die genaue Anzahl der Zauber-Rüben nennen kann. Als er einmal alle Rüben gezählt hat und zur Sicherheit ein zweites Mal beginnt zu zählen verwandelt sie eine der Rübe in ein Pferd und flieht ihren Häscher.

Zum Spott überzieht sie ihn, den Herrn der Berge, mit dem Namen Rübezahl. Und noch immer ist dieser Name eine Beleidigung und Erinnerung an seine Schmach. In seiner Heimat, dem Riesengebirge, sollte man diesen Namen besser nicht gebrauchen!

Dennoch ist der große oder wilde Mann, Riese, Gestaltwandler immer noch ein mächtiger Verbündeter oder Feind von Wanderern. Nicht zuletzt trägt der Riesengebirgsverein e.V. den Rübezahl als eine Art Schutzpatron mit sich. In seiner Geschichten-Sammlung Daemonologia Rubinzalii Silesii (1662-1665) 8und dem Satyrus Etymologicus. Oder der Reformirende und Informirende Rüben-Zahl von 1672 fasst Johannes Praetorius über 240 Geschichten zu Begegnungen von Menschen mit dem Geist zusammen.