Phoenix

Der Phoenix (phoenos immortalis)

Wer kennt nicht die Redensart: "Wie der Phoenix aus der Asche". Gemeint ist hiermit eine wundersame Erneuerung. Diese Redensart beruht auf der Legende, daß es immer nur einen einzigen, männlichen Vogel gibt, der am Ende seines langen Lebens (sie gehören zu den sog. Halbsterblichen und leben je nach Überlieferung 500, 1561 oder 12954 Jahre) ein einziges Ei legt, daß er im Feuer seines eigenen brennenden Leibes und verschiedenen Gewürzen, die er im asiatischen Raum gesammelt und zu einem Nest aufgehäuft hat, "ausbrütet".

Vom Altvogel bleibt nur Asche, aber aus dem Ei schlüpft ein Wurm, aus dem binnen weniger Tage ein neuer Phoenix in aller Pracht entsteht.

Der Phönix lebt vor allem in lichten Wäldern. Er kam ursprünglich aus Indien und wanderte von dort aus bis Ägypten über den mittleren Osten und nach Ostasien.

Das Gefieder dieses Zaubervogels wird als außerordentlich prächtig beschrieben - schillernd rot, gülden oder vielfarbig leuchtend. Auch den Federn, den Tränen und dem Anblick eines Phoenix wird besondere Wirkung zugeschrieben - die Auswirkungen sind jedoch sehr unterschiedlich, meist aber positiv, beschrieben. Sein Ruf besteht aus fünf Tönen, die eine vollkommene Melodie ergeben.

Dieses märchenhafte Wesen erschien Menschen als Vorbote glücklicher und friedlicher Zeitalter; es wurde am Himmel beobachtet, wenn bedeutende Kaiser den chinesischen Thron bestiegen. Dann hallten seine glockenreinen Töne von jedem Berghang wider. Ein Phönix konnte niemals beim Fressen beobachtet werden, so dass man annimmt, dass er sich von Luft und Tau ernährt.

Die Chinesen nahmen ihn wahrscheinlich als erste wahr, sie nannten ihn Feng Huang. Ihnen galt er als Symbol der Kaiserin und des weiblichen Prinzips Yin als Gegenstück zum Yang des kaiserlichen Drachen. Für die Christen war er später eine Allegorie auf Christi Auferstehung und meinten er sei frei von Sünde, weil er kein Fleisch isst.

Es wird angenommen, dass der Phönix inzwischen ausgestorben ist. Das könnte daher gekommen sein, dass die Gewürzressourcen am Ende des 16. Jahrhunderts derart knapp wurde, dass der Lebenszyklus des Phönix endgültig unterbrochen wurde.

Fenghuang

Parallel zur griechisch-römischen Mythologie beschreiben alte chinesische Schriften einen Vogel, der einem Pfau nicht unähnlich ist, mit langem Kopf und großen, länglichen Augen. Der Schnabel ist spitz und leicht gekrümmt. Die Federn sollen farbenprächtig sein und in allen fünf heiligen Farben leuchten.

Obwohl der Fenghuang sich nicht im Feuer erneuert und neu geboren wird, sondern sich eher wie normale Vögel fortzupflanzen scheint, assoziieren ihn die Chinesen mit dem Feuer. Zusammen mit dem chinesischen Drachen (Long) repräsentiert er das kaiserliche Paar und steht in dieser Bedeutung für die Kaiserin.