Hoa Wief (urspr. Prokrustes)

Ein Hoa Wief ist ein skandinavischer Waldgeist, der Schlafende überfällt und Ihnen ein Standartmaß überstülpt. D. h. Leute, die zu klein sind, streckt und dehnt er, zu langen Menschen schneidet er Füße oder den Kopf ab, um sie anzupassen.

Einer Variante dieser Legende existiert auch in Deutschland. In der Uckermark wird von einer Frau (manchmal Hexe) berichtet, die ein ihr anvertrautes Lehrmädchen wegen einer Kleinigkeit zu Tode geschlagen habe und deshalb zum Tod verurteilt worden wäre. Der unehrenhafte Tod oder die Flüche der Kindseltern führten dazu, dass die Frau auf ewig als Geist umgehen muss und Leute ausrichtet - in den meisten Fällen legt sie Schlafenden nur den Kopf und die Beine gerade und murmelt auf Plattdeutsch ,,liek lang", also in etwa "liege gerade".

Ursprünglich existiert die antike Sage aus dem ersten Jahrhundert vor Christus vom Prokrustes. Dieser Riese wird vom Philosophen Diodor als Unhold und Wegelagerer beschrieben. Er bot Reisenden ein Bett an. War der Wanderer groß, gab er ihm ein kleines Bett und hackte ihm die Füße ab, damit er hineinpasste. War der Wandersmann klein, gab er ihm ein großes Bett, zog ihn in die Länge und reckte ihm die Glieder auseinander, indem er sie streckte (etwa wie auf einer mittelalterlichen Streckbank).