Basilisk (Cockatrice)

Eine gefürchtete Variante von Drachen sind auch Basilisken. Das griechische Wort "basilisk" bedeutet "kleiner König". Zu Anfang waren Basilisken kleine schlangenartige, aber nicht auf dem Bauch kriechende Wesen, sondern sie hielten den vorderen Teil ihrer sechzig Zentimeter langen, mit
safrangelben Schuppen bedeckten Körper stolz nach oben gerichtet. Das charakteristischste, das den Basilisk identifiziert, ist die Krone bzw. sind die silbrig glänzenden, weißen Tuberkeln, einem Diadem ähnlich. Der Basilisk veränderte im Mittelalter sehr stark seine Gestalt und so wuchsen ihm Beine (von 2 bis 8) und ein Paar Flügel. Die Wandlung vom Schlangenkönig zum wyvernähnlichen Monster.

Noch immer hatte dieses Biest jedoch die schrecklichsten Angewohnheiten und Kräfte behalten: Sein Atem war der Hauch des Todes und ließ Bäume, Sträucher und Menschen vergehen, er konnte Steinbrocken, riesige Tiere oder menschliche Behausungen mit einem Blick seiner Augen vernichten und jedes Gewässer, jeder Brunnen aus dem er trank war daraufhin für immer vergiftet.

Hier gilt das Sprichwort: "Wo der hintritt, wächst kein Gras mehr." Lediglich 3 (in Worten: drei) Wesen konnten ihm widerstehen:

  • das Wiesel (wieselflink auf-und-davon)
  • der Hahn (vor dessen Krächzen und Krähen der Basilisk floh) und
  • die Gartenrauke (die zur Zubereitung von Heil- und Schutzzaubern verwendet wurde)

Schließlich veränderte sich der Basilisk immer mehr in seinen einstigen Feind, den Hahn. Fortan war er unter dem Namen Cockatrice bekannt. Erkennungszeichen hier: die Krone hatte sich in den Kamm des Hahns verwandelt, ein Kehlsack war ihm gewachsen und das Gesicht trug nun den Schnabel des Hahns - war es vorher eher schlangenartig oder sogar von einer entstellten menschlichen Fratze bedeckt.

Von nun an schlüpfte das Wesen auch nicht mehr einfach aus einem Ei sondern entkroch einem schalenlosen Ledereichen (also ein kleines ledernes Ei, dem eines Krokodils ählich), das im Dung einer Kröte ausgebrütet wurde nachdem es von einem siebenjährigen Hahn just in dem Moment gelegt wurde, als der Hundsstern Sirius aufstieg.

Dem tödlichen Blick konnte man entgehen, indem man einen Spiegel vor sich hielt. Der Cockatrice vernichtete sich dann selbst, da er sein eigenes Spiegelbild mit einem Augenaufschlag angriff - aber sich nur selbst traf.

Als Inkarnation des Bösen stand er lange Zeit je nach Zusammenhang für Ungerechtigkeit, Unkeuschheit, Verleumdung oder Neid. Allgegenwärtig war er als Abbildung auf Handschriften und Buchdeckeln, als Plastik auf Kapitellen von Kathedralen und v. a. als schauriges Element des Volksglaubens, der das Untier in feuchten Löchern, Brunnen und dunklen Kellern vermutete.

Diverse Unterarten des Basilisk treffen wir in griechischen Mythen, in englischen und schottischen Mären aber auch in Zentralafrika, Jamaika und Chile.